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HISTORIA CERVESIAE

Als der steinzeitliche Mensch begonnen hat, Pflanzen anzubauen und seine tierischen Genossen zu zähmen, verändert sich auch die Art seiner Ernährung. Hat er früher für seine Nahrung noch als Jäger und Sammler gesorgt, so ermöglichen ihm Ackerbau und Tierhaltung in Verbindung mit dem kulinarischen Gebrauch des Feuers und der Herstellung von Tongefässen eine wesentliche Erweiterung seines Speisezettels.

Das Getränk der Steinzeitmenschen, vor ungefähr 4000 Jahren ist nicht allein Wasser. Sie finden Gefallen daran, das fade schmeckende Nass aus Quellen und Flüssen mit Honig zu versüssen, oder trinken den frischgepressten Saft von allerlei Früchten. Dabei dürfte der eine und andere unserer Vorfahren eine eigenartige Beobachtung machen. Hier treffen Schlamperei und eine erstauliche Erkenntnis aufeinander. So könnte es sich zugetragen haben: Ein vergessener süsser Trank, in einem einige Tage offen stehenden Gefäss, verliert seine Süsse. Er bekommt einen merkwürdigen, prickelnden Geschmack und riecht auch ganz anders, als er noch frisch war. Bleibt das Gefäss noch länger offen stehen, so wird die Flüssigkeit schliesslich sauer.

Mit dem heutigen Wissen, was mit dem süssen Saft geschehen ist, dass unter Einfluss von Hefebakterien, die aus der Luft in das Gefäss gelangen, geht die zuckerhaltige Flüssigkeit in Gärung über, wobei sich der Zucker in Alkohol und Kohlendioxid aufspaltet.

Dass es hier höchstwahrscheinlich zu den ersten Megaräuschen gekommen ist, muss die Initialzündung für die damaligen "Forscher" gewesen sein. Der Rest ist bekannt! Wissenschaftlich und historisch belegt, ergibt sich so der Lebenslauf unseres heutigen Gerstensaftes.

7000-6000 v.Chr.

Das erste Bier wurde vermutlich schon zu dieser Zeit in Mesopotamien gebraut.

Ca. 4000 v.Chr.

Nachgewiesen ist, dass die Sumerer die Erfinder des Bieres sind. Auf einer Tontafel, die im alten Mesopotamien gefunden wurde, ist das älteste bekannte Bierrezept eingeritzt worden.
Interessant ist, dass auf der Tafel ebenfalls ein religiöses Ritual aufgezeigt wird, das vor dem Genuss des Bieres vollzogen wurde.

4000-2000 v. Chr.

Sumerer brauen Biere aus den Rohstoffen Wasser, Brotgetreide (wilde Gerste und wilder Weizen) und wilder Hefe. Sie beginnen mit der Kultivierung von Gerste und Weizen.

2000-500 v. Chr.

Babylonier übernehmen die Kunst des Bierbrauens von den Sumerern und perfektionieren das Brauwesen.

3000 v. Chr. - 0

Bei den Ägyptern gilt das Bier als Volksgetränk. Bier wurde damals aus halb gebackenen Gerste-Broten gebraut, die mehrere Tage im Wasser stehengelassen wurden. Eine Vorstellung, die in uns nicht gerade die Lust nach Bier weckt.

800 v. Chr.

Die Germanen brauen nachweislich Bier.

1000 v Chr. - 0

Vor dem Traubenanbau war das Bier bei den Etruskern und Römern sehr beliebt. Um die Geburt Christi kommt Bier aus der Mode und weicht allmählich dem Wein. Bier verliert an Bedeutung.

Bis ca. 1400

Haushalte stellen Bier für den eigenen Bedarf her. Das Bierbrauen war in den alltäglichen häuslichen Pflichten der Frau integriert.

Ca. 700 n. Chr.

Mit dem Gedanken der Einnahme eines nährhaften Trunkes während der Fastenzeit beginnen Klöster in Deutschland Bier zu brauen. Bier beginnt auch ein zusätzliche Einnahmequelle für die Klöster zu werden. Damit wird das Brauen im eigenen Haushalt mehr und mehr verdrängt.

1434

Die "Statuta thaberna" (1434) der Stadt Weißensee - spätmittelalterliche Wirtshausregeln und Gesetze über das Brauen von Bier.

1516

Da des öfteren allerlei Kräuter dem Bier beigemischt wurden, erlässt Herzog Wilhelm von Bayern ein Gesetz, das ausschliesslich die Verwendung der Rohstoffe Wasser, Malz, Hopfen, später auch die Hefe zur Herstellung von Bier erlaubt.

1876

Louis Pasteur veröffentlicht: "Ètudes sur la bière", das erstmals Einsicht gibt, in die Tätigkeit von Kleinstlebewesen und biochemischen Abläufe bei der Herstellung von Bier. Die untergärige kann nun von der obergärigen Hefe unterschieden werden.

Ende 19. Jahrh.

Linde erfindet die Kühlmaschine und Dreher aus Wien revolutioniert die Herstellung von untergärigem Bier durch die Verwendung der Kühlmaschine.

Ca. 1950

Entwicklung und Wiederentdeckung der Hausbrauereien.

(gekürzter Text aus Schweizer Bierbuch,
Karl Thöne, Fachverlag Schweizer Wirteverband)